ABC-ErkKw

Der ABC-Erkundungskraftwagen (kurz: ABC-ErkKW) bzw. ABC-Erkunder (ab 1. April 2014 offiziell: CBRN-Erkundungswagen, CBRN ErkW) wird im Rahmen des Katastrophenschutzes verwendet und wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe beschafft und den Ländern zugeordnet, die es wiederum den einzelnen Standorten zuweisen. Das Fahrzeug ist das einzige ABC-Spürfahrzeug das bundesweit einheitlich beschafft wurde und wird. Es wird von vier Mann bedient (Fahrzeugführer, Fahrer und 1 Messtrupp), verfügt über einen Allradantrieb und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen (nach der Aufrüstung 2009 aufgelastet auf 4,0 Tonnen).

Aufgaben

Aufgaben des CBRN-Erkundungswagen sind:

  • Detektion von radiologischen und chemischen Kontaminationen
  • Identifikation einzelner chemischer Gefahr- und Kampfstoffe
  • Kontaminationsbelastung mit radioaktiven Stoffen messen.
  • Kennzeichnen kontaminierter Gebiete
  • Unterstützung anderer ABC-Dienstkomponenten des Katastrophenschutzes
  • Probenahme (Luft-, Boden- und Bewuchs- sowie Wasserproben)

Vornehmliche Taktik im Fahr-Betrieb ist das so genannte Grenzmessen, d. h. es wird mit dem Fahrzeug solang in die Richtung des Einsatzorts gefahren, bis die Gefahrenschwelle erreicht wird. Danach wird gewendet und ein neue Zugangsmöglichkeit zum Einsatzort gesucht. Somit kann der kontaminierte Bereich eingegrenzt werden. Das direkte Einfahren in den Gefahrenbereich (z. B. möglich mit Spürpanzer) ist aufgrund des fehlenden Insassenschutzes gegen ABC-Stoffe nur einmalig möglich (siehe auch Abschnitt Technik), da danach eine aufwendige Dekontamination des gesamten Fahrzeugs und der Ausrüstung vonnöten wäre.

Werden die Messgeräte abgesetzt (d. h. außerhalb des Fahrzeugs) betrieben, können vom Messtrupp unter entsprechender Schutzkleidung örtliche Gefahrenquellen wie zum Beispiel Leckagen gesucht werden.

Ausrückeordnungen

Der CBRN-Erkundungswagen rückt entweder in der ABC-Abwehrkomponente des Katastrophenschutzes oder in eigener Zuständigkeit der (Kreis-) Feuerwehr aus. Im Katastrophenschutzeinsatz rückt er, je nach Lage, mit mehreren weiteren ABC-Erkundern und/oder mit Fahrzeugen, die ebenfalls für die Abwehr von Gefahrstoffen genutzt werden (Gerätewagen Gefahrgut, Dekon-LKW P, Dekon-LKW G), aus. Oftmals sind diese Fahrzeuge zu Gefahrstoffzügen oder ABC-Zügen zusammengeschlossen. Im Einsatz in Feuerwehrzuständigkeit rückt das Fahrzeug alleine oder als Teil einer Bereitschaft, z. B. Umweltbereitschaft, aus; in diesem Fall wird auch nach feuerwehrtaktischen Grundsätzen vorgegangen und nicht nach denen des Katastrophenschutzes. Auch im Zusammenhang mit der Analytischen Task Force wird auf den ABC-Erkunder als Messfahrzeug zurückgegriffen. Das heißt beispielsweise, dass im Feuerwehreinsatz – im Gegensatz zum Katastrophenschutzeinsatz – zum Einsatz unter Atemschutz zusätzliches Personal zum Bereitstellen eines Sicherheitstrupps benötigt wird.

Geschichte

Erste Versionen des ABC-Erkunders existieren schon seit den siebziger Jahren.In der Folge des 11. September 2001, aus Angst vor einem Anschlag mit ABC-Waffen, wurden in der Bundesrepublik 371 Exemplare dieses Fahrzeugtyps beschleunigt ausgeliefert.

Nach einem Brand in einer Fahrzeugunterkunft, dem ein ABC-ErkKW zum Opfer fiel, befinden sich derzeit noch 370 dieser Fahrzeuge in Gebrauch. Diese wurden ab Ende 2009 leistungsgesteigert; dies beschränkte sich im Wesentlichen auf die Ausstattung mit technisch aktueller Computer-Hard- und -Software, eine Anpassung des radiologischen Messsystems an die neuen Messgrößen im Strahlenschutz und eine veränderte Führung der Probenahmeleitungen sowie ein erweitertes Set zur Entnahme von Proben.Außerdem sollen ab 2014 weitere 134 Exemplare mit einem gesteigerten Leistungsumfang beschafft werden; im Zuge dieser Beschaffung steht auch eine Neubewertung der einzelnen Standorte und gegebenenfalls eine Verlegung von Fahrzeugen an andere Standorte an. Die ABC-Erkunder (Version von 1998) wurden bisher auf dem Modell Fiat Ducato Maxi L2B, 2.8 i.d. TD produziert.

Technik

Das Fahrzeug ist nicht genormt, es gibt jedoch ein Pflichtenheft mit Beladeplan vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Technischer Aufbau

Die ABC-Erkunder (Version von 1998) wurden bisher auf dem Modell Fiat Ducato Maxi L2B, 2.8 i.d. TD mit Allradantrieb produziert. Aus Kostengründen wurde darauf verzichtet, die Innenräume dieser Fahrzeuge vor chemischen, biologischen und radioaktiven Kampfstoffe zu schützen, so dass die Besatzung geeignete Schutzkleidung tragen muss.

Beladung

Auf dem ABC-Erkunder befindet sich umfangreiche Ausrüstung zum Aufspüren und Analysieren atomarer und chemischer Kampfstoffe sowie toxischer Industriechemikalien. Darüber hinaus führt der ABC-ErkKW ein Probenahmeset mit, mit dem die Besatzung radiologische, biologische und chemische Proben nehmen kann; hierbei ist es möglich, sowohl feste, flüssige als auch gasförmige Proben zu nehmen. Da Geräte zur schnellen und zuverlässigen Detektion von biologischen Kampfstoffen zum Zeitpunkt der Festlegung des Konstruktionsstandes nicht kommerziell verfügbar waren, verfügt der ABC-Erkunder hierüber nicht. Alle Messgeräte können während der Fahrt (mit einer Geschwindigkeit von maximal 20 km/h) sowie auch unabhängig vom Fahrzeug, also abgesetzt, betrieben werden.

 

(Quelle: Wikipedia)

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